Erich K. Ritter

 
       
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Zitat von Dr. Erich Ritter:

“… warum soll ich Haie schützen, die sind doch gefährlich….?”

"In diesem Satz widerspiegelt sich ein Grossteil des Misserfolgs Haie zu schützen.  Wale werden nicht geschützt, weil ihr Wert für die Umwelt erkannt wurde, sondern weil sie in uns ein Mitleid erregen. Dasselbe gilt für Seehunde, Seekühe, Schildkröten und all die anderen Meeresbewohner, die in uns solche entsprechenden Emotionen auslösen, und wir demzufolge vor ihnen keine Angst haben. Doch Tiere, wie Schlangen, Riesenspinnen oder eben Haie, denen das nicht gelingt, haben nahezu keine Chance. Es darf keine Rolle spielen, was wir für ein Tier empfinden, wenn es um deren Schutz geht, doch leider sieht die Realität anders aus.

Als ich vor mehr als 20 Jahren begonnen habe, mich für die Haie aktiv einzusetzen, war mir schnell klar, dass, wenn ich die am häufigsten gestellten Fragen nicht beantworten kann, kein Umdenken möglich ist. Die wohl zentralste Frage ist und bleibt: „Warum greifen Haie Menschen an?“. Natürlich müsste man die Frage anders stellen und fragen, warum Haie Menschen normalerweise nicht angreifen, denn die 80 - 100 Unfälle pro Jahr belegen das, aber in einem angsterfüllten Gehirn hat Logik wenig Platz. Entsprechend befasse ich mich seit vielen Jahren mit dieser eigentlich sinnlosen Frage. Tatsache ist         

Es gibt keine gefährlichen Haie - nur gefährliche Situationen!

Und es ist ein wichtiger Teil der Interaktionsforschung all diese Situationen zu verstehen, die entscheidenden Faktoren herauszuarbeiten und Verhaltensregeln für Menschen zu kreieren, was getan werden muss, sollte eine solche Situation auftreten. Das von mir entwickelte und praktizierte Interaktionskonzept ADORE-SANE, wie auch das “Konstellation von Faktoren”-Prinzip lassen solche Situationen erkennen. Doch erkennen der Faktoren ist nur einer der Aspekte eine Situation zu verstehen, ein anderer ist das Verhalten des Tieres in einer Situation richtig zu interpretieren.

Aus diesen Gründen befassen sich alle Projekte meiner  Forschungsgruppe entweder mit Faktoren, die ein Verhalten eines Hais beeinflussen wie bspw. der Einfluss von Wetterfaktoren oder von Saugfischen, welche hydro- oder sinnsensible Regionen beeinflussen, oder mit dem Verhalten des Tieres untereinander wie beispielsweise Fresshierarchien, Dominanzen... All dies soll das Verständnis für Situationen, worin sich Menschen mit Haien wieder finden, fördern und mithelfen, daraus entstehende Konfliktsituation erkennen und entschärfen zu können. Zusammen mit der aktiven Unfallrekonstruktion und -analyse laufender Unfälle wird damit eine breitere Basis für Argumente gegen die Angst vor Haien erarbeitet.

Haie sind intelligente Lebewesen, die leider nicht ins gängige Bild von lieben Tieren passen. Unsere Generation muss dieses Bild jetzt und schnell verändern, danach wird es zu spät sein!"

Sein Leben, seine Arbeit folgen demnächst