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Bandwürmer im Darm von Haien nehmen große Mengen an Schwermetallen auf und schützen so die Fische vor diesen Schadstoffen. Das haben Wissenschaftler aus dem Iran und Schottland entdeckt. Diese Würmer könnten Forschern als so genannte Bioindikatoren helfen, die Verschmutzung des Meeres mit Schwermetallen besser einzuschätzen. Über die Arbeit des Wissenschaftlerteams um Kenneth MacKenzie von der Universität in Aberdeen in Schottland berichtet der Onlinedienst des Fachmagazins «Nature» (DOI: 10.1038/news070625-1).
Aktuelle Nachrichten - London (ddp). Bandwürmer im Darm von Haien nehmen große Mengen an Schwermetallen auf und schützen so die Fische vor diesen Schadstoffen. Das haben Wissenschaftler aus dem Iran und Schottland entdeckt. Diese Würmer könnten Forschern als so genannte Bioindikatoren helfen, die Verschmutzung des Meeres mit Schwermetallen besser einzuschätzen. Über die Arbeit des Wissenschaftlerteams um Kenneth MacKenzie von der Universität in Aberdeen in Schottland berichtet der Onlinedienst des Fachmagazins «Nature» (DOI: 10.1038/news070625-1). Die Forscher fingen für ihre Untersuchung im Persischen Golf 16 Weißwangenhaie (Carcharhinus dussumieri). Die Wissenschaftler untersuchten den Gehalt von Blei und Cadmium in Gewebeproben aus verschiedenen Organen der Haie und bei zwei Bandwurmarten aus deren Darm. Dabei fanden die Forscher in den Parasiten eine um das bis zu 455fach erhöhte Konzentration an Schwermetallen im Vergleich zu den Organproben aus den Haien. Diese Ergebnisse unter stützen frühere Studien, bei denen in Süßwasserfischen ebenfalls Parasiten gefunden wurden, die größere Mengen an Schwermetallen aufnehmen. Die Forscher vermuten daher, dass die Parasiten ihre Wirte schützen. Diese These müsse allerdings noch besser untersucht werden, kommentiert der Parasitologe Dave Johnston vom Naturgeschichtlichen Museum in London: Das Verhältnis der Masse der Parasiten zur Masse ihres Wirtes ist bei Süßwasserfischen viel höher als bei Haien. Ein Hai würde aufgrund seiner Größe demnach für eine schützende Wirkung auf den Fisch eine riesige Zahl an Parasiten benötigen, damit diese genügend Schwermetalle herausfiltern könnten. Einen Nutzen für die Forschung haben die Bandwürmer aber auf jeden Fall. Denn im Gegensatz zu Küstengebieten, in denen mehrere Bioindikatoren für Schwermetalle wie beispielsweise verschiedene Muschelarten zur Verfügung stehen, waren den Wissenschaftlern bislang noch keine Organismen bekannt, mit denen sich der Gehalt von Schwermetallen im off enen Meer abschätzen lässt: Sobald die Bandwürmer zu sterben beginnen, sei dies ein Zeichen dafür, dass die Verschmutzung mit Schwermetallen zu hoch ist und man bald bei größeren Tieren mit Vergiftungserscheinungen rechnen müsse, erklärt MacKenzie. ddp/wde/kge
Quelle: ad hoc news
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