|
Beim Fischfang im Atlantik gibt es zahlreiche unschuldige Opfer. Darauf macht ein gestern vorgestellter Bericht aufmerksam und nennt Vorschläge zur Reduzierung der unnötigen Verluste. Fischereiminister Dr. Abraham Iyambo lobte bei der Präsentation den Einsatz der Forscher und verlangte von Politikern mehr Taten.
Walvis Bay – Erstmals wurde in Zusammenarbeit zwischen dem WWF (World Wide Fund For Nature) und BirdLife sowie mit finanzieller Unterstützung des BCLME (Benguela Current Large Marine Ecosystem) ein Bericht zusammengestellt, der die Folgen der Langleinen-Fangmethode auf Seevögel, Haie und Seeschildkröten erfasst, die als Beifang zu Tausenden ihr Leben lassen. Erfasst wurden Daten von Forschern an der Westküste Südafrikas, Namibias und Angolas. Dem Bericht zufolge werden jährlich schätzungsweise 34000 Seevögel, 4200 Seeschildkröten sowie über sieben Millionen Haie und Rochen durch Langleinen im Benguelasystem getötet. Diese drastischen Zahlen sollten die Regierungen der drei betroffenen Länder ernst nehmen und schnell etwas zusammen mit der Industrie unternehmen, um das sensible Ökosystem nachhaltig zi nutzen.
„Hierbei sind bedrohte Arten betroffen und deshalb ist es wichtig, dass etwas unternommen wird. Die Tiere sterben versehentlich, da kein Unternehmen gezielt diese Tiere fangen will”, sagte der Minister für Fischerei und Meeresressourcen, Abraham Iyambo. Er wies jedoch darauf hin, dass es Unternehmen gebe, die Haie für kommerzielle Zwecke fangen. „Die Zahlen, die uns heute vorliegen, sind höchstwahrscheinlich sehr konservativ und die eigentlichen Verluste viel höher”, vermutete der Minister. Aus diesem Grund sei weitere Foschung wichtig. Er zeigte sich jedoch erfreut, dass die Forscher der drei genannten Länder wenigstens schon einige Daten gesammelt und Ergebnisse, wenn auch erschreckende, vorliegen hätten. In vielen Teilen der Welt seien solche Daten nicht vorhanden, obwohl es ähnliche Vermutungen gebe, so Iyambo. „Wir haben wenigstens schon einmal einen Anhaltspunkt, um uns dem Problem anzunehmen. Wir dürfen nicht vergessen, dass es in der Fischindustrie um das gesamte Meeresleben geht und nicht nur um die Arten, die kommerziell genutzt werden”, so der Fischereiminister. Iyambo sagte, dass der Bericht nun ein wichtiges Werk für Entscheidungsträger sei. Er wies darauf hin, dass alle Seevögel vor und an der Küste Namibias gesetzlich geschützt seien.
„Es fehlt den meisten politischen Führern an dem Willen, diese Aspekte anzusprechen und etwas dagegen zu tun”, bemängelte Iyambo. Und weiter:, „Wir haben die Krankheit, Berichte zu veröffentlichen, aber sie sind nur Dekoration und werden kaum gelesen und noch weniger implimentiert. Dabei ist dies wichtig und der Sinn der Veröffentlichungen.”
Im AZ-Gespräch wiesen zahlreiche anwesende Wissenschaftler darauf hin, dass zahlreiche Daten unzureichend oder falsch seien. Beispeilsweise sei es kaum möglich, Daten aus Angola zu erhalten. Hier müssten sich Forscher auf eigene Arbeiten stützen oder Informationen von Schiffskapitänen sammeln. Die vorliegenden Zahlen aus Südafrika bezögen sich nur auf die Westküste des Landes. Generell waren die Forscher jedoch erfreut, dass der Bericht die nötige Aufmerksamkeit von Politikern und Fischereiindustrie erregt habe und schon einige Methoden ausprobiert werden, um den Beifang zu reduzieren.
Quelle: AZ-Online
|